
Learning From Sim City
by Stephan Doesinger
Buch, Softcover, 152 Seiten, deutsch / englisch, 200 x 265,
Die Welt ist ein Computerspiel
und dein Herz
schlägt wie ein Popcorn.
The world is a computer game
and your heart
beats like a popcorn.
Hier der Text aus der Pressemitteilung:
Learning From Sim City beschreibt eine neue Sensibilität - eine Veränderung des Codes der Wahrnehmung, hervorgerufen durch Computerspiele und die tägliche Anwendung digitaler Medien.
Das Buch beschreibt auf poetische und assoziative Weise die ästhetischen und kulturellen Konsequenzen eines Prozesses, in dem Computerspiele nicht mehr nur die Welt nachahmen, sondern eine Umkehrung stattgefunden hat.
Zwischen den Fronten des globalen Kulturkampfes zwischen Fanatismus und „Funatismus”, verläuft eine schmale Demarkationslinie. Es ist eine seltsame Linie. Sie ist in ständiger Bewegung und Veränderung: Mal wird sie breiter, mal schmaler, mal weicher, mal härter, mal unscharf, mal klar, mal wird sie farbig mal unsichtbar. Geschossen wird von überall - und die Abgründe auf beiden Seiten sind schrecklich tief. Entlang dieser Linie verläuft die Reise von Stephan Doesinger. Diese Reise führt uns an zahlreiche, reale und imaginäre Orte und zu interessanten Begegnungen:
In Los Angeles fährt er mitten in der Nacht entlang einer Erdbebenlinie zu jener Straßenkreuzung Florence und Normandie an der die Riots 1992 ausbrachen. In München bricht er durch den doppelten Boden eines Computerspiels. Dabei entdeckt er den Königsplatz, der unter der Nazi-Diktatur als Acropolis Germaniae zu trauriger Berühmtheit kam und auf dem die Bücher von Freud, Zweig, Werfel, Mann, Kafka, Tucholsky und vielen mehr verbrannt wurden. Dort entsteht eine Bibliothek der verbrannten Bücher, die selbstverständlich nie gebaut werden wird. In Las Vegas belauscht er Tarkovsky und Schönberg in einem Diner just zu dem Zeitpunkt als die untergehende Sonne und das erstarkende, elektrische Licht ein Equilibrium bilden. In China sorgen Städte, die auf Basis der U-Bahn Pläne von London, Paris und Wien errichtet wurden, für Verwirrung. In Saloniki stellt er ein Fußballteam aus streunenden Hunden zusammen. In New York trifft er auf einen Mann der nach einem erfolgreichen Gen-Experiment, in dem es darum ging, den Schaf auszulöschen, nicht mehr vergessen kann...
Zahlreiche Arbeiten aus den letzten Jahren tauchen als Teil eines Prozesses auf, in denen selbst das Bild eines masturbierenden Mädchens zu einer räumlichen Karte wird. Begriffe wie „Innen und Außen” werden durch die Prozesse „Anziehung und Abstoßung” ersetzt.
Lässt man sich von Walter Benjamins Schildkröte an der Leine durch diesen Raum führen, erfährt man auch die Bedeutung des Begriffs „Fortschritt” - unabhängig davon, ob man das Kunst, Film, Architektur oder einfach nur das Leben nennt.
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