Dienstag, 3. Februar 2009

"Cinematic Architecture" Session in Briey









I just came back from a session with Pascal Schöning, Julian Löffler and Rubens Azevedo at Le Corbusiers´ Cité Radieuse in Briey. As I am now also comissioned by the Architectural Association to design the book "Cinematic Architecture" we spent a weekend editing this book (see previous post). The photo shows a small painting by Pascals close friend Peter Doig who made several paintings from the Cité Radieuse. The book is the second part of a trilogy. The first book was Pascals´ "Manifesto of Cinematic Architecture", which can be bought here. The book will feature texts from Jean Attali, Mike Weinstock, Mark Cousins, Ron Kenley, Peter Carl and many more, also texts from former teachers at Diploma Unit 3 at the AA. Since I was teaching there 13 years ago I am now writing a text on "presence". Here is small part of it in German which I might also use for another book "art in public space", which I am currently preparing:

...weil man, im Sinne Freuds, sich nur das, was nicht da ist, vorstellen kann, funktioniert die Anwesenheit der Bild- und Tongebenden Medien wie eine Wand vor der physischen Welt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um das Pantheon oder um eine Tankstelle handelt. Sie überdeckt alle Spuren unserer Vorfahren. Diese Wand sorgt für eine große Verunsicherung, denn vor diesem Hintergrund können wir nicht mehr länger unsere historischen Städte mit ihren alten Fassaden als die Träger unserer kulturellen Identität betrachten. Nur schwer lassen sich die Folgen für einen der größten kulturellen Paradigmenwechsel mit Kunst kaschieren. Denn auch die Kunst, als Special Interest Programm der Medien, ist ein mediales Anwesenheitsritual, das kein Licht hinter diese Wand bringen kann, weil sie nur eine weitere Affirmation der Abwesenheit darstellt. Die Abwesenheit der physischen Anwesenheit wird durch die Medien zum Konsens der Masse.

In Steven Kings Geschichte, die von der nächtlichen Flugreise in einem vollbesetzten Jumbo erzählt, ist ein reisender Mann nach einem kleinen Nickerchen mit der seltsamen Tatsache konfrontiert, daß die Hälfte der zuvor anwesenden Menschen nicht mehr da sind. Nur jene, die, wie er, schlafen, oder geschlafen haben sind noch da. Wer häufig in deutschen ICE Zügen sitzt, kennt dieses Gefühl, denn fast jeder Mitreisende versetzt sich mit World of Warcraft, Computer, I-Pod und Telefon in eine Welt der Abwesenheit, die keine physischen Widerstände kennt. Wir scheinen uns an die Abwesenheit der Anwesenheit zu gewöhnen.

Anders hingegen ist der Begriff der Anwesenheit der Abwesenheit zu verstehen. Sie hat mit der Erinnerung an jene zu tun, die nicht mehr da sind, weil sie starben oder fliehen mußten. Die Anwesenheit der Abwesenheit ist eine Sehnsucht nach physischer Präsenz. Die Anwesenheit der Abwesenheit im Gegensatz zur Abwesenheit der Anwesenheit keine Flucht vor der physischen Wirklichkeit, sondern das Gegenteil. Die Anwesenheit der Abwesenheit ist immer damit beschäftigt physische Ort mit wirklichen Menschen zu suchen. Eine solche Suche beschreibt die Arbeitsweise von Daniel Libeskind oder von Wim Wenders...


If you have any suggestions, drop me a line!

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